Studie: Preiserhöhungen "nicht nachvollziehbar"
Energiekonzerne verkaufen Strom offenbar viel zu teuer
Berlin (AFP) - Die Preiserhöhungen ab Januar bescheren den deutschen Stromversorgern laut einer Studie ungerechtfertigte Zusatzeinnahmen von zwei Milliarden Euro. Die höheren Preise seien trotz der steigenden Umlage für Stromkunden zum Ausbau erneuerbarer Energien "nicht nachvollziehbar", heißt es in der Untersuchung im Auftrag der Grünen. Die Stromwirtschaft verteidigte die Preiserhöhungen als unvermeidbar.
Zum 1. Januar erhöhen in Deutschland nach Angaben des Verbraucherportals Verivox rund 500 Stromversorger die Preise um durchschnittlich sieben Prozent. Betroffen davon ist demnach die Hälfte der deutschen Haushalte. Über 40 weitere folgen im Februar mit Preiserhöhungen.
Die Verteuerung ihrer Tarife begründen die Anbieter mit dem Anstieg der Umlage zum Ausbau erneuerbarer Energien, die alle Stromkunden über ihre Rechnung mitzahlen. Die sogenannte EEG-Umlage steigt ab Januar um knapp 1,5 Cent pro Kilowattstunde Strom auf rund 3,5 Cent. Zahlreiche Stromversorger begründeten ihre Preiserhöhungen mit diesem Anstieg der Umlage um über 70 Prozent.
Die Verteuerung ihrer Tarife begründen die Anbieter mit dem Anstieg der Umlage zum Ausbau erneuerbarer Energien, die alle Stromkunden über ihre Rechnung mitzahlen. Die sogenannte EEG-Umlage steigt ab Januar um knapp 1,5 Cent pro Kilowattstunde Strom auf rund 3,5 Cent. Zahlreiche Stromversorger begründeten ihre Preiserhöhungen mit diesem Anstieg der Umlage um über 70 Prozent.
Diese Argumentation der Anbieter sei jedoch "nicht gerechtfertigt", heißt es in der Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Tatsächlich bestehe für die Energiebranche "ein bislang nicht weitergegebenes, erhebliches Preissenkungspotenzial". Hintergrund sei, dass für die Versorger die Einkaufskosten für Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken seien. Auch hätten sich die Gewinnspannen der Unternehmen "erheblich" erhöht und die Netzgebühren für den Stromtransport seien gesunken.
Die Strombranche könne 2010 sogar auf Rekorderträge hoffen, heißt es in der Studie des Energie-Sachverständigen Gunnar Harms, der gleichzeitig Vize-Chef des Bundes der Energieverbraucher ist. Insbesondere die vier größten Versorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW profitierten. Ihr gesamter Jahresgewinn dürfte den Angaben zufolge bei rund 30 Milliarden Euro liegen. "Nie zuvor habe sie einen höheren Gewinn eingefahren", heißt es in der Untersuchung.
Das Bundeskartellamt geht einem Pressebericht zufolge unterdessen Manipulationsvorwürfen bei den Strompreisen nach. Die Behörde untersuche seit einigen Monaten, ob die deutschen Energiekonzerne zu Spitzenzeiten gezielt Kraftwerke abschalten, um den Strompreis in die Höhe zu treiben, berichtete der Bonner "General-Anzeiger" unter Berufung auf einen Behördensprecher.
"Wir untersuchen den Stromgroßhandelssektor", sagte demnach der Sprecher. Dabei werde die gesamte Stromproduktion in Deutschland im Viertelstundentakt kontrolliert. Ob sich der Verdacht bestätigt habe, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Ergebnisse der Untersuchung will das Kartellamt dem Zeitungsbericht zufolge am 13. Januar in Bonn vorstellen.
28.12.2010)
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